Samstag, 3. Oktober 2015

Kanutour Müggelspree, Neu-Venedig und Müggelwerder

Die Saison neigt sich dem Ende und da habe ich noch einmal die Chance genutzt aufs Wasser zu gehen. In Erkner hat man mir heute ein Karbonflitzer ausgesucht, gelb und schnittig sah es aus - ein Fitness-Kajak mit Namen Lettmann Streamliner. Mein Ziel war heute Neu-Venedig und Müggelwerder und dann noch ein wenig hier und da herumschippern. Früh morgens war es noch ruhig auf dem Dämeritzsee und der Müggelspree und so steuerte ich unbekümmert nach Neu-Venedig. 
Immer mal hier und da in einige Zweigkanäle hinein und den Fischen beim mordendlichen Herumtollen zugeschaut. In Neu-Venedig konnte ich die liebevoll gepflegten Wassergrundstücke bestaunen. Hier wird sogar das Wasser von Wallnüssen befreit oder man möchte verhindern, dass sich wer anders die Teile angelt. Dann machte ich einen kleinen Abstecher in die Bänke, weil ich dort nach dem Start eines deaktivierten Caches schauen wollte - leider nix gefunden. Von hier ging es nach Müggelwerder. Eigentlich wollte ich hier nie wieder hin zurückkehren, doch heute spülte es mich dann doch hier an.
Bevor man die Gebäude im 2. Weltkrieg für die Rüstungsindustrie und im Anschluss für Forschungen im Bereich Plasma- und Kernfusionphysik nutzte, gab es hier ein Hotel mit Gaststättenbetrieb. Später hat die Deutsche Akademie der Wissenschaften hier das Institut für physikalische Werkstoffbearbeitung gegründet. Seit der Wende stehen die Gebäude auf der nun verwilderten Insel leer und verfallen. 
Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut hatte, habe ich die vergangenen Zeiten hinter mir gelassen und bin wieder fortgepaddelt. Zu dieser Zeit sind sämtliche Boote erwacht und es wurde voll auf der Müggelspree. Nun sollte sich zeigen, dass mein gelber Mustang feste Zügel bedarf. Jede Welle wurde zum Balanceakt und ich hatte Mühe mich im Sattel zu halten. Ich gab die Sporen, damit ich schnell in ruhige Gewässer komme und mir lief noch der Schweiß, als ich endlich den Gosener Graben erreichte. Hier konnte ich erstmal wieder Kräfte sammeln und den Zauber der Natur genießen, wie die Blätter von den Bäumen hinabsegeln und der Otter am Ufer entlang huscht. Mit neuer Energie paddelte ich wieder zum Dämeritzsee und zurück zum Kanuverleih. 
Fazit: Feiertag und das Wetter ein Traum. Das Boot hingegen ein Albtraum, die Steueranlage widerspenstig und kaum Kippsicherheit. Nächstes mal order ich gleich wieder ein Hardplastekahn.

20 Kilometer mit dem Kanu
Neu-Venedig
Herbstlaub auf dem Wasser
Streamliner in Action


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