Mittwoch, 29. Juni 2011

Der Vater geht in die Luft

Nun hieß es spurten. Nach Hause fahren und die Mutter ins Auto laden. Dann zum Treffpunkt der Ballonfahrer fahren und als die sich alle gesammelt hatten, ging es zum Startplatz irgendwo auf einer Wiese hinter Kavelstorf. Hier mussten alle mit anpacken, zu mindestens die, die da mit wollten. So wurden die Körbe auf die Wiese gelegt, ein dicker Sack daneben gestellt und nun mussten alle etlich hundert Meter mit dem Ballon über die Grünfläche. Noch sah es eher aus wie ein überdimensionaler Schlafsack, der nun noch in die Breite gezogen werden musste. Dann wurde der noch flache Ballon mit Luft gefüllt und so langsam nahm die Sache auch eine dreidimensionale Form an. Dann wurde Warmluft zugeführt und so richtete sich das Monstrum auf. Nun noch den Korb umkippen und dann gab es das Startsignal zum Einsteigen. Immer einer nach dem anderen, wer noch nicht einsteigen durfte, der musste versuchen den Korb am Boden zu halten. Der Vater war mit einer der letzten, die sich halb akrobatisch in den Korb begeben haben. Und dann wurde auch die letzte Verbindung zum Boden gekappt - die Nabelschnur zum Auto. Bald waren die beiden Ballons nur noch Punkte am Himmel und das war der Startschuss für uns und die Begleitfahrzeuge. Über Funk bekamen die Fahrer die Anweisung, in welche Richtung sie folgen sollen und wir immer hinterher. Rauf auf die Autobahn, weiter auf die nächste und dann ging es bald wieder runter und ... erstmal Halt. Warten. Wo sind sie denn nur? Da ist einer. Wo ist denn der andere? Da. Nein, der gehört nicht zu uns o.O Lange nix zu sehen und dann tauchte der gelbe Riese wieder hinterm Horizont auf. Sinkflug, Aufstieg. Und für uns ging es auch weiter. Noch ein paar Kilometer bis zu einer großen Wiese. Der erste Ballon war schon gelandet, aber der Vater dachte gar nicht daran :) So langsam rannte mir die Zeit weg, hatte ich ja noch ein Date mit Susi. Irgendwann hab ich die Mutter dann auf der Wiese stehen gelassen und bin heim ... naja nicht so dramatisch. Sie hat sich eine neue Mitfahrgelegenheit organisiert und hat darauf geachtet, dass ihr Mann auch wieder sicher landet. Dann wurden die Ballonfahrer noch getauft. Mit dem Feuer, dass sie in der Luft gehalten hat, mit dem Wasser, was ihre Kehlen nicht austrocknen lässt und der Erde, auf der sie sicher gelandet sind. 
Und während sie ihre Rituale ausführten, habe ich erstmal bei Mutti im Kühlschrank eingekauft und mit Susi den Tag ausklingen lassen ... Auf die Ballonfahrer. Prost.

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