Da flattert gestern die Nachricht auf mein Handy, dass ich mich auf Arbeit nicht so verausgaben soll, da ja Sonntag Sternfahrt in Berlin ist o.O Sollte ich das wirklich verpeilt haben dieses Jahr? Na gut, dann werden alle Pläne für heute gestrichen und dafür wird das Fahrrad klar gemacht. Blick nach draußen und schon stellt sich die Frage, was ich anziehen soll. Es ist kalt, leicht windig, ein paar Sonnenstrahlen lassen sich zwischen den Wolkenhaufen auch mal sehen. Also bleiben die kurzen Sachen im Schrank und die Regenjacke wandert in den Rucksack. Dann wird noch schnell die defekte Birne im Frontscheinwerfer getauscht, könnte ja im Tunnel dunkel sein :)
| Schnegge on Tour |
Mein Startschuss fällt 11:45 in Spindlersfeld und genau zum Zeigerumsprung treffe ich auf die bereits wartende Gruppe - ein Teil kam schon aus Frankfurt/Oder, Fürstenwalde und Erkner hierher. Ein paar Minuten später setzen wir uns in Bewegung, denn die Nächsten warteten schon an der Wuhlheide und am Baumschulenweg. Hier gab es Teilnehmer in allen Altersklassen, mit ganz vielen verschiedenen Gefährten, mit Hund und Kind im Gepäck und ganz besonders stachen hier die Fluglärmgegner hervor. Begleitet durch die Musik einer kleinen Soundanlage, die auch einen Platz auf einem Rad gefunden hatte, geht es über die Spindlersfelder Brücke entlang der Wuhlheide nach Schöneweide auf die Schnellerstraße bis zum Baumschulenweg. Nun durch weitere Radler verstärkt, fahren wir auf der Sonnenallee bis zur Grenzallee und diese dann bis zum Ende an der Karl-Marx-Straße. Dies ist das größte Nadelöhr auf der Strecke, denn hier vereinen sich gleich drei Routen und fahren von hier auf der Autobahn weiter. Doch diese muss dazu erst freigegeben werden und dann zwängen sich alle auf die zweispurige Auffahrt, bevor es auf drei Spuren plus Standstreifen wieder weiter geht. Aus Erfahrung vom letzten Jahr weiß ich, dass meine Truppe immer die letzte ist, die sich einfädeln kann, also gab es für dieses Jahr einen Plan B und eine kleine Abkürzung - immerhin hätte ich diesmal nicht bei 30°C ohne Schatten warten müssen.
Im Letzten Jahr habe ich mich hier mit Enrico getroffen und diesen Treffpunkt haben wir auch für dieses Jahr ausgemacht und das funktionierte dann auch ganz gut. Nun wollten wir mal nicht als Letztes auf die Autobahn fahren und drängelten uns dann bis zur Auffahrt durch die Massen, bevor wir wieder Fahrt aufnehmen konnten. Ein geiles Gefühl mit dem Fahrrad auf der Autobahn zu fahren und dann der Britzer Tunnel, alleine deswegen lohnt es sich hier mit zu fahren.
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| Versuch eines Panoramafotos am Tunnelende :) |
Die Fahrt fand für einige allerdings dann doch ein schmerzhaftes Ende - bei einigen Stürzen musste der Rettungswagen ausrücken und auch unser Duo blieb diesmal nicht ganz verschont, als Enrico mit einem anderen Teilnehmer zu dicht aneinander geriet und beide stürzten. Ging aber alles glimpflich aus, ein paar Kratzer und die Räder blieben heil - kleiner Schrecken am Rande. Die Strecke war dann dieselbe, wie im letzten Jahr: Alboinstraße wieder von der Autobahn runter, Sachsendamm entlang am Rathaus Schöneberg vorbei und dann auf der Martin-Luther-Straße weiter bis zum Ku'Damm. Sagte ich etwas von nur einem großen Nadelöhr auf der Strecke? Okay, da war noch eins und das gab es auch schon im letzten Jahr. Direkt am Europa Center waren wir dann gezwungen ein paar Meter zu schieben, bevor wir dann zum Zoo abbiegen konnten und über die Hardenbergstraße bis zum Kreisverkehr am Ernst-Reuter-Platz gelangten. Von hier ging es dann auf dem 17. Juni an der Siegessäule vorbei zum Umweltfest vor dem Brandenburger Tor.
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| Sternfahrt Spindlersfeld - Brandenburger Tor |
Bei leichtem Regen haben wir erstmal eine Dose gesucht, die sich ganz neu im Tiergarten angesiedelt hat und dann ging es einmal die Festmeile entlang, bevor wir unter Bäumen Schutz vor dem stärker werdenen Regen suchten. So ein Mist. Schade, der Regen hätte nicht sein müssen, war kein schöner Ausklang des Tages. So zog jeder seiner Wege. Nach 30 km Radtour ging es auf schnellstem Wege zur S-Bahn und dann nach Hause. Einen Glühwein im Juni trinken mag sich verrückt anhören, war aber genau das, was ich jetzt brauchte.
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| Sternfahrt - Plan |



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